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Photo: © WCC/Eduardo Quadros
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Altstadt von Mainz - Photo: © Wikipedia/Martin Bahmann
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Unterstützung ist willkommen:
Stiftung Oekumene
Konto: 100 008
BLZ: 500 502 01
bei der Frankfurter Sparkasse
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BIC: HELADEF1822

Falls Spendenquittung erwünscht, bitte Adressangabe.

Aufruf zur Oekumenischen Versammlung 2014

Der Konziliare Prozess ist nicht tot. Nach wie vor gibt es in den evangelischen Landeskirchen Gremien, die sich seine Fortführung zur Aufgabe gemacht haben. Und in vielen Initiativen und Gruppen ist die Orientierung an den weltweiten Problemen, unter denen Menschen und Welt leiden, lebendig geblieben. Die vom 30.4.–4.5. 2014 in Mainz stattfindende Ökumenische Versammlung (ÖV 2014), die von zahlreichen katholischen und evangelischen und der Ökumene zugehörigen Basisgruppen getragen wird, unterstützt diese Arbeit, indem sie gemeinsam den Konziliaren Prozess zu aktualisieren und zu vertiefen versucht.

Er wurde 1983 bei der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Vancouver als dauerhafter Lernprozess für Christen und Kirchen konzipiert, zu dessen Umsetzung dort ein „Bund gegenseitiger Verpflichtung auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ geschlossen wurde. Damals hielten die Christen in Europa die Friedens-frage (NATO-Nachrüstung) für die größte theologische Herausforderung. Die Kirchen des Südens betrachteten hingegen die Frage nach gerechten Beziehungen als elementar. Auch die Nachhaltigkeitsfrage wurde drängend.

Die 1983 identifizierten Herausforderungen an den christlichen Glauben bestehen nach wie vor. Sie sind größer, vielfältiger und bedrohlicher geworden. Die ÖV 2014 wird eine gründliche Analyse der „Zeichen der Zeit“ vornehmen. Vielfach gebündelte Krisen verstärken sich gegenseitig: Überlebensbedrohender Klimawandel, nicht nachhaltiges Wirtschaftssystem, Spekulation mit Land und Nahrungsmitteln, mörderischer Hunger, zunehmender Reichtum und wachsendes Elend, zerstörte Sozialsysteme und Solidarstrukturen, innerseelische Verwüstungen. Das ganze Leben wird von der Marktideologie beherrscht; sie ist zur Staatsreligion geworden. Militärische Konfliktlösungen etablieren sich als selbstverständlich und zehren die vorhandenen Ressourcen zur Bekämpfung von Armut und Klimawandel und zur Förderung von ziviler Konfliktbearbeitung auf. Die Strukturen des Todes triumphieren, der neoliberale Wachstums-Kapitalismus fühlt sich unangreifbar.

Wer die Kühnheit besitzt, dagegen anzugehen, muss sich gut wappnen. Soziale Bewegungen weltweit haben begonnen, in der Auseinandersetzung mit den überdominant gewordenen kapitalistischen Grundlagen der Moderne die klare Unterscheidung zwischen Gott und Götzen zu treffen. Der Widerstand gegen die zerstörerischen Kräfte des Todes muss aus den Quellen des Lebens schöpfen; die daraus zu gewinnende Weisheit und Wegweisung vermag den „Regen über dürrem Land“ zu bringen, wie es in den Psalmen heißt. Die ÖV 2014 wird auf die biblischen Verheißungen und Erfahrungen zurückgreifen und sie vergegenwärtigen. Neue, Mut machende Formen gelebten Christ- und Kircheseins werden vorgestellt, ebenso wie kirchenreformerische Visionen. Feministische Einsichten sollen für eine neue Kultur des Friedens fruchtbar gemacht werden. Sie geben Impulse für die Gestaltung unserer Zukunft.

Unsere Suche gleicht einem Pilgerweg. Wir gehen ihn zusammen mit Menschen aus der ganzen Welt, die sich in der Verpflichtung auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung auf den Weg gemacht haben. Wir wollen festhalten an den Übereinstimmungen, die bereits in der weltumspannenden Gemeinschaft der Kirchen gewachsen sind. Dazu zählen die Vollversammlungen des Ökumenischen Rates von Vancouver 1983 bis Busan 2013, und die ökumenischen Versammlungen von Basel 1989 über Seoul 1990 bis zur Ökumenischen Friedenskonvokation 2011 in Kingston. An deren Ergebnissen wollen wir anknüpfen. – Heute geht es primär um eine die ökumenische ebenso - wie die zivilisationskritische - Zivilgesellschaft bewegende Frage: Wie können wir und alle anderen gut leben? Im globalen Süden kleidet sie sich in befreiungstheologische Visionen und das Leitbild des „buen vivir“. Deshalb lautet das Motto der ÖV 2014: „Die Zukunft, die wir meinen – Leben statt Zerstörung“. Wer über die weiteren Planungen informiert werden möchte, wende sich an:

Lic. Theol. Peter Schönhöffer M.A.
c/o Ökumenisches Netz, Löhrstr. 51, 56068 Koblenz
Tel.: 02 61/29 6816 91,
Aktuelle Informationen: www.oev2014.de